HUTH. AMRUM
Expressionistischer Realismus
Begleitung durch die Ausstellung
1. Mai 2026 – 21. Februar 2027
Öömrang Hüs in Nebel/Amrum
1 + 3
Bis zu 100 Büsumer Krabbenkutter machten in den 1950/60er Jahren im Tonnenhafen auf Amrum fest. Das Arbeitsleben der Fischer, die Kutter und Seezeichen waren spannende Motive für Huth, Kaus, Pechstein, Jaenisch und viele andere.
Krabbenkutter im Tonnenhafen, 1968. Öl auf Papier
Krabbenkutter, undatiert. Pastellkreide
Seezeichen Tonnenhafen, Filzstift-Zeichnung (Plakat Mühlenausstellung 1975)
Zwei Fischer mit Frau, 1965. Mischtechnik
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„25. Juli 1953. Wunderbares Wetter, bei Kaus in der Burg, Skutsch‘s,
Schumachers und Gondas benachbart, schön gebadet…”
Strandburgen mit Segler, 1954, Aquarell
Strandburgen mit Dampfer, 1959, Kohle + Wachstift
4 – 5
Das Stilleben vom Tisch der Berliner Wohnung (4) wie auch die Form des Blattgrüns der in verschiedenen Techniken dargestellten Blumen erinnern stilistisch an Huths langjährigen Freund und Förderer, den „Brücke”-Maler Karl Schmidt-Rottluff.
Stillleben: Tisch mit Grünpflanze, Kaffeekanne und Uhr. Ölgemälde
Stillleben: Vase mit Margeriten, undatiert. Aquarell
Stillleben: Vase mit Sonnenblumen, 1971. Aquarell
Sonnenblumen, 1967. Ölkreide
6 – 7
Wie schon 1920/21 beteiligte sich Huth nach 1945 aktiv an der Gründung
freier Zusammenschlüsse Bildender Künstler und Künstlerinnen in Berlin.
Viele Mitglieder der „Berliner Neue Gruppe e.V.”, aus der später der Deutsche Künstlerbund hervorging, waren Professoren der HBK und haben sich ab 1950 im Sommer auf Amrum getroffen. Manche kamen jedes Jahr wie Hütchen und Hans Jaenisch, der sich 1974 sogar ein Haus auf dem Mühlenhügel kaufte und 1989 hier verstarb.
Gegen eine angemessene Spende für den Öömrang Ferian könnt Ihr aus der Schublade einen Katalog und die Postkarte der großen Amrumer Jaenisch-Ausstellung 2023 entnehmen.
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Kontinuierlich hielt W. Robert Huth seine Entwicklung in Selbstportraits fest. Mit 12 zeichnete er sein erstes Selbstportrait, mit über 80 sein letztes. Zeit seines Lebens als Künstler wirkte Huth im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit.
Selbstportrait, 1914. Ölgemälde
Selbstportrait, 1970. Linolschnitt
Portraits von Ruth und Selbstportraits, 1960er – 1970er Jahre
Zeichnungen, Aquarell, Pastell, Druckgrafik
Portrait eines Jungen (Linolschnitt für Dürken Jacobs), 1970
Doppel-Portrait von Ruth Huth mit Keike Peters, undatiert. Mischtechnik
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1965 fand zum Erhalt der Nebeler Windmühle die erste Kunstausstellung in den zum Heimatmuseum der Insel umgebauten Räumen der Nebeler Windmühle statt. Huth stellte als erster Künstler darin aus. Als Huths Schnitt für das Plakat der Ausstellung gerade fertig war, entdeckte er den Fehler im Schriftzug und fügte nachträglich das fehlende „s” ein. Aus Hütchens Kreis folgten retrospektive Ausstellungen von Heinz Fuchs, Ernst Böhm und Gory von Stryk. 1975 stellte Huth noch einmal Neues in der Mühle aus (siehe 3), danach zweimal auch Hans Jaenisch (1978 und 1987).
10 – 12
„Onkel Huth, warum malst du immer Kühe? Mal doch mal Pferde, die mag ich viel lieber.”
Kühe auf der Weide, undatiert. Aquarell
Blick in die Nebeler Bucht vom Ual Aanj, 1953. Aquarell
Kühe, undatiert. Linolschnitt
Nebeler Mühle, 1965. Holzschnitt
Hühner, undatiert. Aquarellierte Zeichnung
Süddorfer Mühle, 1968. Aquarell
Landstraße mit Pferd, undatiert. Pastellkreide / Postkarte
Kühe auf der Weide, undatiert. Pastellkreide / Postkarte
Mann mit Kuh und Friesenhaus, undatiert . Aquarell (mit Fraßspuren)
Bauernpaar mit Kuh (Frau in Alltagstracht), undatiert. Aquarell
Häusergruppe, undatiert. Aquarell
1952/53 war das Dorf Nebel vom Fremdenverkehr fast noch unberührt.
Es fuhren zwei bis drei Autos pro Tag. Man kam in Privatquartieren unter.
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„Gott sei Dank hängt hier kein röhrender Hirsch!”
Das Kapitänshaus von Wellem und Minken Peters in der Ualjaat, 1973. Aquarell
Im Giebelzimmer am Fenster mit Blick in den Garten malte Huth - an einer Tischstaffelei am kleinen Tisch (16), den Minkens Vater Hinrich Bork aus Norddorf getischlert hatte. Im großen Zimmer darunter wohnten Huth und Ruth. Wer vorbeikam, rief durch’s offene Fenster „UA” als Gruß hinauf.
14
„Malen ist für mich ein sinnliches Vergnügen.”
Bevor die gesammelten Pilze in der Küche von Familie Peters zubereitet wurden, malte Huth ein Aquarell und verschenkte es als „Glücksbringer”. Alle Freunde und Verwandte bekamen ein „Pilzbild”.
Stillleben mit Pilzen auf blauem Grund, undatiert. Aquarell
15
„mein Freund Wellem”
Portrait von Wellem Peters als Jugendlicher, 1956. Bleistiftzeichnung
16
Onkel Huths Maltisch bei Familie Peters in Nebel mit seiner Lieblingsschokolade: Scho - Ka - Kola
„schlaft, Kindchen gut, Draußen stehn Ruth und Huth, In der Küche sitzen Gespensterchen Und Peters schaun durchs Fensterchen. Schlaft Kinder, gut. Es grü.t Ruth Malchow-Huth (frei nach Hensen)“ Gästebucheintrag 1957 (30)
Keike im Laufstall, 13.08.1957. Bleistiftzeichnung (auf der Staffelei)
Keike auf einem Schemel , Skizze XII 12, undatiert.
Keike auf einem Schemel vor Sonnenblume, Skzízze XII 5, undatiert.
Keike auf einem Schemel, 1957. Farbstift-Zeichnung
Keike als Baby, 1956. Bleistiftzeichnung
Keike im Laufstall, 1957. Farbstift-Zeichnung
17
Esstisch der Gäste im Haus Peters, 1962. Pastellkreide
Blick vom Esstisch auf die Terrassentür, 1969. Pastellkreide
18 – 19
Portraits der drei Peters’ Kinder
Wellem, undatiert. Tusche
Holger, 1962. Kugelschreiber
„Keike”, 1960. Federzeichnung
„Für meine Freundin Keike”, 1963. Aquarell/Pastellkreide
20 – 26
„Besonders liebt Huth das Wattenmeer, den Himmel über Amrum, den Strand und den Ort Steenodde.” (Dirk Klawitter, Inselbote, 1972)
20
Dünen und Meer in Nebel, 8/23/58. Aquarell
Nordspitze, undatiert. Öl auf Papier
Fisch vor Dünen, undatiert. Aquarell
22
Am Kniep, 1954. Gouache
Bemaltes Strandholz, undatiert. Ölfarbe
21 Kleiner Hafenort, undatiert. Radierung
Vermutlich ist diese Radierung um 1947 entstanden und zeigt Hiddensee.(Vergleiche 27 Wandvitrine)
23 – 26 (Tischvitrine)
„Ich zeichne sehr gern. Zeichnen muss sein – jeden Tag Schularbeiten machen.” Ohne einen Stapel Postkarten oder Skizzenblock war Hütchen nicht anzutreffen. Wenn er mal keine dabei hatte, hielt ihn das auch nicht vom Zeichnen ab.
23
24 Der alte Anleger in Wittdün (bis 1962)
25 Für eine Flasche Köm konnte man auch als Gast mit auf Krabbenfang
26 Aquarell/Postkarte: Wenn die Kutter nicht auslaufen konnten, arbeiteten
die Fischer als Tagelöhner an Land mit, wie hier im Straßenbau
27 - 30 (Wandvitrine)
Urlaubsimpressionen
27
Zwei Fischer mit Boot (Hiddensee?), ca. 1947. Radierung
Hafenort mit Booten und Düne (Hiddensee?), ca. 1947. Aquarell
Wittdün, Südspitze (vor dem Abriss des Kurhauses), Aquarell/Postkarte
Amrumer Krabbenkutter. Druckgrafik, Linolschnitt
Huths meisterliche kleine Kunstwerke im Postkartenformat geben sowohl den Moment des Augenblicks als auch die Stimmung wieder, ob abstrakt oder gegenständlich - mit dem ihm eigenen verschmitzten Humor.
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Die Badegäste erobern das Dorf… (Aquarelle auf Postkarten)
29/30
…das Meer und den Strand (Postkarten in verschiedenen Techniken)
30
Im Watt, 1963. Aquarell
Strandleben (Postkarten, verschiedene Techniken)
Gästebuch Familie Peters, 1957 - 1973
Alle Werke dieser Ausstellung sind Leihgaben aus Amrumer Privatbesitz.